Digitale Messleisten Modifikation, Umbau und Anbau, Miniatur-Messleiste
Hier werden einige Modifikationen und Umbauten an digitalen Messleisten und Messschiebern beschrieben. Insbesondere wie man sich eine Miniatur-Leiste bauen kann, wie man die Leisten vor Kühlwasser und Spänen schützt und wie man sie an Maschinen anbauen kann.
Wer Tips für die Montage hat oder Bilder auf seiner Homepage, meldet sich bitte bei mir, ich veröffentliche gerne einen Link dazu hier.

Eine Miniatur-Messleiste:
Messleisten kommen in verschiedenen Längen, aber für den Oberschlitten einer Drehbank sind sie meistens viel zu groß und immer noch nicht vor Spänen und Kühlschmiermittel geschützt. Man braucht also eine Miniatur-Messleiste.
Ich habe untersucht wie man die Platinen in den Leisten verkleinern kann. Nachdem ich von den ALDI-Messschiebern noch einige übrig hatte, habe ich so einen zerlegt.
Indem man einen Kondensator versetzt, den Quarz umdreht und die abgeschnittenen Leiterbahnen neu verlegt kann man die Platine deutlich schmaler machen. Das LCD wanderte dabei gleich in den Papierkorb, das braucht man nicht.
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Hier die originale nicht modifizierte Platine |
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Hier ist die Platine mit einem versetzten Kondensator, dem umgedrehten Quarz und etwas Neuverdrahtung. Für die Neuverdrahtung habe ich Fädeldraht (Vero-Wire) verwendet, dessen Isolierung bei 400°C schmilzt und verdampft.
Ich hab dazu auch eine Lupenbrille gebraucht. Als ich jung war
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Der nächste Schritt ist ein passendes Metall-Gehäuse zu bauen. Nach einiger Tüftelei bin ich auf folgende Lösung gekommen:

Das obere Teil ist in Wirklichkeit das Unterteil in dem die Platine auf dem Träger hin und hergleitet. Der lange Schlitz ist für den Messing-Träger der die Platine trägt. Dieser Träger hat eine Zunge die durch den Schlitz geht. Die Zunge wiederum wird mit dem Unterteil des Oberschlittens verbunden.
In der Mitte ist das Oberteil des Gehäuses. In einer Tasche ist der Koppelstreifen eingeklebt. Der Koppelstreifen lässt sich von den Messschiebern leicht abziehen und mit einer Scheere passend schneiden.
Die unteren beiden Teile sind die Platine (zurechtgeschnitten) und der Messingträger. Die Leitungen sind bereits verbunden, aber die Platine noch nicht verklebt.
Natürlich wurden die Teile mit der Digitalanzeige gefertigt. Die Werkzeugradiuskorrektur ist dabei sehr hilfreich.

Hier sieht man, wie die Platine in das Oberteil passt.

So habe ich die Platine mit dem Träger verklebt. Ich hab mir damit 2 Platinen ruiniert. Sie arbeiteten jeweils 4 Tage und dann nicht mehr. Muss irgendwas mit dem Kleben zu tun haben, also musste ich eine andere Lösung finden.
Im Prinzip ist es ein Rahmen aus Hartgewebe der auf den Träger aufgeklebt wurde, auf richtige Höhe gefräst und auf den dann die Platine mit Sekundenkleber verklebt wurde. So funktioniert es, schon seit Wochen.

Hier sieht man den Rahmen auf dem Träger und die modifizierte Leiterplatte (eine etwas Andere verglichen mit den Bildern weiter oben).

Das ist ein Blick in die Tasche die durch den Rahmen gebildet wird. Man beachte die Leitung die den Träger mit der Leiterplatte verbindet. Die ist wichtig! Auf dem Bild nicht erkennbar ist ein zusätzlicher Kondensator zw. Minus und Plus der Leiterplatte. Wenn möglich (Platz) 1µF Tantal verwenden.

Hier ist der elektronische Aufnehmer fertig montiert und halb im Schlitz des Gehäuse-Unterteils steckend.

Das sind die zwei Teile die das Gehäuse bilden. Oben ist das Unterteil (von unten gesehen). Das zweite Teil ist das Oberteil. Die kräftige Lasche dient zur Befestigung.

Hier das Gehäuse montiert mit dem Kabel das aus von unten rauskommt. Die Zunge des Platinenträgers zeigt nach unten.
Die ganze Konstruktion ist 115mm lang. Der Hauptteil des Gehäuses ist 22mm breit und 10mm dick. Der Verfahrweg ist knappe 50mm

Diese Midi-Messleiste war keine große Herausforderung, da sie, verglichen mit der Mini-Leiste, riesig ist.
Dazu habe ich eine Alu-Rechteckrohr (40*30*2mm) verwendet. Die Befestigung am Support war aber etwas schwieriger. In das Rohr kommt eine Schublehre, die respektlos mit einem Winkelschleifer zurechtgestutzt wurde.

Das ist der Befestigungsflansch der mit 3 Schrauben am Support befestigt wird. In den Schlitz im aufgesetzten Rechteck kommt der Grundkörper der Schublehre. Sie wird durch eine Madenschraube gehalten, die von oben her in den Schlitz reicht. Das Teile wurde aus Blankstahl gefertigt. Das aufgesetzte Rechteck wurde von hinten her per Lochschweißung (MAG) verbunden. Die Abdeckplatte im nächsten Bild ist praktisch identisch mit dieser Platte.

Das sind alle Teile der Midi-Messleiste. Oben ist das Alu-Rohr, das als Späneschutz dient, von unten gesehen mit dem Schlitz für die Zunge des Platinenträgers. Links am Rohr ist der Flansch wie oben beschrieben. Er wurde mit dem Rohr verschraubt und verklebt. Rechts vom Rohr ist der Deckel aus Alu. Darunter die Schublehre. "Unnötige" Teile wurden abgeschnitten, die Zunge ist am Schieber aufgeklebt.

Digitale Messleisten anschließen
Da ich mich entschlossen hatte Modulor-Stecker zu verwenden (inzwischen bin ich davon wieder abgekommen) und man an den Stecker am Messchieber nicht mehr hinkommt, musste ich eine Seite des Kabels direkt verbinden. Und zwar sicher (Zugentlastung).
Ich habe das zusammen mit der Platte gelöst die den Schieber bewegt. Das Blech (Alu) ist ca. 3mm dick und hat eine Nut eingefräst in der die Leitung eingeklebt wurde. Zur Abdeckung wurde dann noch ein Ms-Blech (0,1mm) stark aufgeklebt. Man sieht bald warum. Diese Platte ist nur in Längsachse der Messleiste steif, in den anderen Achsen ist sie flexibel um Ausrichtungsfehler auszugleichen.

Das Kabel kommt von hinten her nach oben und würde dann von rückwärts her an die Lötpunkte angelötet. Mit Heißkleber wurden die einzelnen Leitungen fixiert. Man sieht im nächsten Bild auch die beiden Kondensatoren die in das Batteriefach gebaut wurden.


Messleisten schützen (Späneschutz)
Aus RR 30 * 40 * 2 (Alu) das auf Länge geschnitten wurde habe ich einen durchgehenden Längsschlitz (5mm) gesägt durch den die Zunge (mit Kabel) des Reiters geht. 25 * 40 wäre besser gewesen, hatte mein Händler aber nicht auf Lager. Auf dem Al-Rohr fehlen noch die Endkappen die es passend zu kaufen gibt.
Schraubt man das ganze an die Fräse/Drehbank, dann muss es natürlich parallel ausgerichtet werden. Ich erkläre das hier nicht, bekommt wohl jeder selber hin. Man muss auch einige Löcher in die Maschine bohren und Gewinde schneiden. Wer so ein Werkzeug hat, bekommt das aber sichr auch hin.

Messleisten anbauen (Drehmaschine)
Die Mini-Leiste war für meine -ich nenne sie- Drehbank. Es ist eine EMCO Compakt 8 Bj. ca. 1985. Spitzenlänge ist 450mm, Spitzenhöhe über Bett 105mm. Wenig Platz für Messleisten.
Die Leitungen auf den Bildern sind nicht fertig. Die müssen natürlich in Schutzrohre und ordentlich verlegt werden!

Hier die Mini-Leiste auf dem Oberschlitten montiert. Sie passt recht gut und geht nicht im Weg um.

Der Oberschlitten von oben gesehen. Man sieht eine Beilage zwischen Leiste und Oberschlitten. Das war Absicht umd das Gehäuse der Messleiste einfacher zu machen.

Hier hat man einen Überblick über die Support- und Querschlitten-Leisten. Das lange horizontale Rohr ist für den Support, das Andere für den Planschlitten. Die Supportleiste ist an das Maschinenbett geschraubt. Es gab da schon plangefräste Flächen.

Hier erkennt man die mittlere Befestigung der Supportleiste besser. Sie besteht aus einem L. Vom Support greift über die Leiste ein massiver Arm um den Schieber der Leiste zu betätigen. Der Arm kann nicht steif genug sein. Er wurde aus Blankstahl gemacht, die Rippe wurde von hinten Lochgeschweisst.
Man sieht auch die Leiste für den Planschlitten der mit 3 M5 befestigt wurde. Um den Schieber der Leiste zu betätigen dient der "Stecken" aus zurechtgefrästen Winkeleisen.
Ja, Farbe würde nicht schaden. :-)

Hier sieht man die Details der Befestigung und wie die Schieber in den Leisten betätigt werden.

Draufsicht aller Messleisten. So wie ich sie befestigt habe, war es schon einige Arbeit und Grübelei, aber es wurde kein Weg oder Arbeitsbereich verloren. Sogar der Reitstock kann noch voll bis zum Support geschoben werden.

Blick vom Reitstock her.

Messleisten anbauen (Fräsmaschine)

Das hässliche vergilbte Schlauchstück links ist für Kühlschmiermittel. Die Knebelschraube langt noch knapp zum Klemmen und muss noch verlängert werden. Von den anderen Achsen gibz es z.Zt. keine Bilder, kommt noch nach.
Falls es mit Schmutz in den Leisten Probleme gibt, ist noch genug Platz um Bürstenleisten in das Rohr zu schrauben um dann den letzten Span abzuhalten. Die Leisten wurden so montiert, dass der Längsschlitz nach unten zeigt oder so liegt, dass keine Späne reinfliegen können oder Kühlflüssigkeit reinspritzen kann. Man sollte sich darüber gut Gedanken machen!

Hier sieht man, wie der Laptop montiert wurde. Das schwarze Rohr ist an der Decke befestigt und hält den Laptop. Am unteren Ende des Rohres geht ein Arm zur Seite der dann den Halter für den PC trägt. Den Arm kann man zur Seite (hinten) wegschwenken. |